Bildausschnitt Fritz Ohle, Landesmuseum Detmold
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Die Radrennbahn, die im Jahr 1906 von Monsieur Chèvre gegründet wurde, wurde schnell zu einem Ort der Freizeit und der Unterhaltung.

Übersetzung des Zeitungsartikels [PDF-Datei]

Ausschnitt aus der Vormittagsausgabe der lokalen Zeitung von Nancy „Est Républicain“ vom Montag, dem 8. Oktober 1906
Ausschnitt aus der Vormittagsausgabe der lokalen Zeitung von Nancy „Est Républicain“ vom Montag, dem 8. Oktober 1906

Die Attraktionen haben sich vervielfältigt; zusätzlich zu den Radrennen, die am Tag und in der Nacht stattfinden, und zum als „die 24 Stunden von Vandoeuvre“ bekannten Rennen, gibt es auch Rennen mit jungen Kühen, Boxkämpfe, sowie die größte Attraktion jener Zeit, die so genannte Todessphäre, die von den Messieurs Chèvre und Salle gebaut wurde. Ebenfalls können die Kinder nachmittags betreut werden und an verschiedenen Aktivitäten teilnehmen.

Die Radrennbahn besteht aus Beton, ist ellipsenförmig, 400 Meter lang und hat Steilkurven von 50°

Im Jahr 1932 wurden die Tribünen erweitert und überdacht, sodass bis zu 6000 Personen untergebracht werden konnten. Das Ganze war von einem Holzzaun umgeben

In der Nähe der Radrennbahn gab es eine Brasserie mit einem Tanzsaal, der jeden Sonntag mit Tänzern aus der Umgebung und hauptsächlich aus Nancy sehr gut besucht war.

Bild aus privater Sammlung
Bild aus privater Sammlung
Bild aus privater Sammlung
Bild aus privater Sammlung

Im Jahr 1910 fuhr die Straßenbahn der Linie 14, die Nancy mit Pont-Saint-Vincent verbindet, dorthin. 

Nach den Angaben des Militärarchivs hat die französische Armee während des Krieges 1914-1918 diesen Ort als Schlafplatz für seine unterstützenden Truppen benutzt.

Diese Gebäude haben die Zerstörung der Radrennbahn im Jahr 1936 überstanden. Sie wurden noch einmal während des Zweiten Weltkrieges vom französischen, später vom deutschen und noch zum Schluss im Jahr 1946 vom amerikanischen Militär besetzt. In die Brasserie haben die deutschen Soldaten sogar ihre Pferde hereingelassen.

Zusätzlich zu den klassischen Radrennen gab es Steherrennen. Dabei handelt es sich um Rennen, bei denen jeder Radfahrer im Windschatten eines Motorrads („Derny“) fährt.

An der Wand im Saal des Stadtrates von Vandoeuvre hängt ein Plakat, das von der ehemaligen Bürgermeisterin Madame Nicolas aus England mitgebracht wurde. Auf dem Plakat wird für die Radrennen in Montet geworben.

Es gibt auch eine graphische Darstellung der Radrennbahn um das Jahr 1925. Sie stammt von Monsieur Walterspieler, Kartograph und ehemaliger gewählter Volksvertreter.

Programm der Radrennen. Werbung für die Reifen der Marke Hutchinson, für das Bier der Marke Maxeville und für die Sparkasse „La mutuelle de l´Est“
Die Radrennbahn von Vandoeuvre (Klein-Vandoeuvre)
Die Radrennbahn um das Jahr 1925. Vandoeuvre-les-Nancy. Eigentum von Monsieur Chèvre
Von der Rückseite der Bahn: die Zwillinge Marie et Jeanne Chèvre mit Albert Mouginet.