Bildausschnitt Fritz Ohle, Landesmuseum Detmold
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Bereits im September 1916 machte man sich in Lemgo Gedanken über die Versorgung der aus dem Felde zurückkehrenden Soldaten. Zu diesem Zweck schlossen sich die militärischen Vereine in Lemgo zusammen, um einen Spendenaufruf zu starten.

 

"Wir wollen durch freiwillige Gaben eine Geldsumme zusammenbringen, die uns ermöglicht, jenen die wirtschaftliche Lage bei ihrer hoffentlich baldigen Heimkehr zu erleichtern helfen, die aus dem Stadtbezirk Lemgo zur Fahne gerufen wurden." (LP, 13.09.1916).

 

Die Spender sollten anschließend in ein Buch unter dem Titel "Lemgos Kriegerdank" eingetragen werden. Dieses Vorgehen erfolgte in vielen anderen Orten Deutschlands durch sog. Kriegswahrzeichen bzw. Nagelungen. In Lemgo wollten die Vereine dieses Vorgehen ausdrücklich nicht, sondern in "aller Stille" sammeln.

Zur Unterstützung der Sammlungen zu Gunsten der Lemgoer Kriegsteilnehmer veranstalteten die Vereine Wohltätigkeitsabende, so auch am 13. Januar 1918 im Hotel Losch am Markt (LP, 12.01.1918). An diesem Abend gab es den Auftritt eines Zauberers, Magiers und Geisterbeschwörers.

 

Anlässlich der 8. Kriegsanleihe wurde in der Lippischen Post vom 22. April 1918 noch einmal an das Werk des Lemgoer Kriegerdankes erinnert. Besonders angesprochen wurden im Artikel diejenigen, die durch günstige Kriegsgeschäfte ihre Lage deutlich verbessern konnten. Hier waren also ausdrücklich die sog. Kriegsgewinnler gemeint. Als notwendige Summe zur Versorgung der Krieger sah man mindestens 20.000 Mark an, die aber noch nicht im Kriegerdank zusammen gekommen seien. Der Artikel gibt ebenso einen Hinweis auf die Art des Sammelns, das durch mit Ausweisen versehene Personen geschah, die von Haus zu Haus gingen.

In der Lippischen Post vom 5. Februar 1919 wurden die Kriegsteilnehmer aus dem gesamten Stadtgebiet aufgerufen, sich bei bestimmten Lemgoer Bürgern zu melden, wenn sie aus dem Kapital des Lemgoer Kriegerdankes bedacht werden wollten.

 

Was inzwischen aus dem Spenderbuch geworden ist, bleibt unklar. Wenn es tatsächlich existierte, ist es jedenfalls nicht mehr überliefert.